Seit einiger Zeit schon ist die europäische Norm für die Zulassung von Bremsbelägen in Kraft. Einzelne Länder haben zwar unterschiedliche Kriterien hinsichtlich der Verbindlichkeiten, die Einhaltung der Norm ist jedoch für alle nach dem 31. 01 2001 gefertigten Fahrzeuge verbindlich.
Was ist die R-90?
Die Notwendigkeit der normierten Freigabe von sicherheitsrelevanten Bauteilen durch die EU-Behörden resultierte aus der durch die EU entstandene große Markenvielfalt und die teilweise sehr unterschiedlichen Freigabekriterien in den einzelnen Ländern. Die Norm R-90 betrifft die Qualität des Bremsproduktes unabhängig von allen sonstigen Prüfungsverfahren wie z.B. ISO.
Konkret definiert die R-90 vornehmlich die Leistung von Bremsbelägen, insbesondere auf das geschwindigkeitsabhängige Ansprechverhalten. Diese Prüfungen gehen über die üblicherweise für die Erstausrüsterzulassung durchgeführten Prüfungen hinaus.
Wie erlangt der Hersteller die ECE R-90 Zulassung
Das Zulassungsverfahren bedeutet für den Belaghersteller ein langwieriges, kostenintensives Verfahren mit einer Reihe exakt definierter Qualitäts- und Performance-Prüfungen.
Die modernen Testanlagen von SBS simulieren nahezu jede denkbare Belastung unter härtesten Einsatzbedingungen. Diese Simulationswerte werden ergänzt und abgeglichen mit realen Fahrtests, bei denen das Testfahrzeug ebenfalls alle möglichen Belastungssituationen für die Beläge durchläuft. Die Testfahrzeuge sind mit Sensoren ausgerüstet sind, die u.a. Druck im Bremskreis, Pedalkraft, Bremsscheibentemperatur und Beschleunigungs-/Verzögerungswerte aufzeichnen.
Unter anderem werden folgende Prüfungen durchgeführt:
- Wiederholung der vom Fahrzeughersteller durchgeführten Zulassungsversuche wie Bremsvorgänge unter unterschiedlichen Geschwindigkeits- und Betriebsbedingungen sowie in Notsituationen.
- Prüfung der Bremswirkung im warmen Zustand:
Mit 15 aufeinanderfolgenden Vollbremsungen aus hoher Geschwindigkeit wird die Bremse auf extreme Betriebstemperatur gebracht. Bei der letzten Bremsung wird die Funktion geprüft und die Messwerte mit den Werten der Kaltbremsung verglichen. - Äquivalenz-Bremskrafttest im kalten Zustand:
Mit einem vollbeladenen Fahrzeug und einer Bremstemperatur von 100º C oder höher werden aus 80 km/h 6 Bremsungen mit unterschiedlichen Bremsdrücken auf den Vorder- und Hinterachsen (bis hin zum Blockieren der Räder) durchgeführt. Geprüft wird die Abweichung in Relation zur Erstausrüsterbremse, die nicht größer als 15% sein darf. - Test der Geschwindigkeitsempfindlichkeit:
Derselbe Versuch wie zuvor, jedoch mit einem Verzögerungswert von 5m/s² aus drei verschiedenen Geschwindigkeiten (65, 90 und 135 km/h), ermittelt, ob die Verzögerungswerte aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten konstant bleiben. - Labortest wie die Prüfung der Kompressibilität (darf bei 400° nicht mehr als 5% der Ausgangsstärke des Belages betragen) und des Schwerwiderstandes (Haftvermögen zwischen Reibfläche und Trägerplatte).
Erst nachdem die Beläge diese extrem aufwenigen Tests erfolgreich absolviert haben, kann die R-90 Zulassung erteilt werden. SBS hat für alle Hochleistungsbeläge die R-90- Norm erfüllt oder übertroffen.
